Die Yamaha DX7 war der erste digitale Synthesizer, der die Musik der 80er verändert hat.

Yamaha DX7 einer der ersten und wichtigsten FM-Synthesizer, der in den 80ern das Ende der (ersten) Ära der Analogsynthesizer einläutete. Im Gegensatz zur Roland TB-303 (siehe Hört, hört! | Ausgabe #97) wurde die DX7 und ihr digitaler Klang allerdings schon zu ihren Produktionszeiten von Musikern geschätzt und vielfach eingesetzt.

Klangsynthese

Klänge werden bei den meisten Klangsynthesemethoden mittels Oszillatoren erzeugt, deren Eigenschaft es ist, in einer gewissen Frequenz auf bestimmte Art zu schwingen. So gibt es verschiedene Wellenformen, wie z.B. Sinus, Sägezahn oder Rechteck. Bei der subtraktiven Klangerzeugung werden die Oszillatoren und mittels Filter dann in die gewünschte Form gebracht. Bei der FM-Synthese hingegen, wie sie in der DX7 eingesetzt wird, laufen die Oszillatoren nicht nebeneinander sondern hintereinander. Im einfachsten Fall steuert die Sinus-Wellenform eines Oszillators die Frequenz der Sinus-Wellenform eines zweiten Oszillators.

Die DX7 hat nun aber nicht nur diesen einfachen Fall abgebildet, sondern erlaubt es sechs Oszillatoren durch 32 verschiedene Algorithmen unterschiedlich zu verschalten. Der dadurch erzeugbare – damals neuartige – Klang und die mit den analogen Synthesizern viel teurer zu bezahlende 16fache Polyphonie machten die DX7 ab Mitte der 80er Jahre zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Musikproduktion.

Siehe auch diese englische Kurzdoku über die DX7 und deren Einfluss auf die Musik der 80er Jahre:

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Neuer Job: Sounddesigner

Die Komplexität der Erstellung neuer Klänge stärkte auch einen neu aufkommenden Markt. Sounddesigner tüftelten an neuen Instrumenten, die dann für Geld als Datenblatt, auf Disketten oder in Form von Cartridges an Musiker verkauft werden konnten. Die Sounddesigner gewannen durch die DX7 sehr stark an Bedeutung und haben ihre Expertise auch bei späteren beliebten Synthesizern erfolgreich einsetzen können.

1987 folgte dann mit der DX7II, das verbesserte und aufgewertete Nachfolgemodell. Besserer Sound, größeres Display und mehr Speicher. In Summe war die Yamaha DX7 mit ihren Varianten mit rund 200.000 verkauften Stück einer der erfolgreichsten Synthesizer überhaupt und der erfolgreichste Synthesizer der 80er Jahre.

DX7 Emulation

Wer heutzutage den Sound der DX7 verwenden will, aber keinen Platz hat oder kein Geld für die Anschaffung der Hardware ausgeben will, hat mit dem Freeware VST dexed die Möglichkeit, das Instrument virtuell in sein Studio zu holen. Und natürlich gibt es auch ein Vergleichsvideo der Sounds des Originals und des VSTs:

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Idealerweise kann man das dexed VST auch als Editor für die Hardware-Version der DX7 verwenden, was das Editieren der Sounds natürlich auf einem größeren Bildschirm um einiges leichter macht.

Viel Spaß beim Hören!

DX7: Wikimedia Commons
FM Synthese Schaubild: Apple Support: Logic Pro X
dexed Screenshot: kvraudio.com